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27.09. – 29.09.2019 • •

Heirlooms / Erbstücke

 – Mandy Gehrt

Eröffnung 27.09.2019 / 18 Uhr.

Mandy Gehrt setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit mit Formen des Erinnerns und Kulturen des Gedenkens auseinander. Dabei interessieren sie Sammlungen von Privatpersonen genauso wie Formen des Archivierens und kollektive Rituale des Erinnerns. Sie legt eigene Sammlungen und künstlerische Archive an und macht diese einem größerem Publikum zugänglich, sei es im Ausstellungskontext, im Bildungsrahmen oder im öffentlichen Raum.
Die Installation „Meyerland“ zeigt eine Auswahl von Gehrts Rechercheergebnissen zur jüdischen Geschichte und zum gegenwärtigen jüdischen Leben in Houston, Leipzigs Partnerstadt, und verweist damit auf die gewaltsam unterbrochene Geschichte der jüdischen Gemeinde in Leipzig.

Vor dem Hintergrund der Verwüstungen des Hurrikans Harvey im Stadtteil Meyerland begab sich Gehrt auf die Suche nach Spuren und Hinweisen zu frühen jüdischen Einwanderern, zu ausgewanderten Überlebenden des Holocaust, den Binnenmigrationsbewegungen der jüdischen Gemeinde in Houston sowie den Orten des Bewahrens dieser Geschichte.
Die Arbeit „Erbstücke“ besteht aus Ausschnitten von Seiten aus Familienalben deutscher Familien, die über die Zeit des zweiten Weltkriegs hinweg reichen, in denen dieser allerdings nicht sichtbar wird. Mit dem Tod der Zeitzeugen tauchen vermehrt deren Zeitdokumente auf Flohmärkten oder bei Wohnungsräumungen auf. In einer Installation aus Nachtschränken führt Gehrt den Betrachter*innen das Wegschließen, Verblassen bzw. das Ignorieren dieses Teils der Geschichte vor Augen.
Aus der Begegnung mit der in New York lebenden ehemaligen Gefangenen Dr. Zahva Stessel, die als 14jährige aus Ungarn nach Auschwitz verschleppt wurde und später in Markkleeberg Zwangsarbeit leisten musste, fließen Interview- und Bildfragmente in die Arbeit ein und verschmelzen so Geschichte(n) miteinander.

Die Präsentation in der Kirche wirft aufs Neue sowohl Fragen nach der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus auf als auch nach ihrer Verantwortung in Zeiten erstarkender nationalistischer Bewegungen, wie sie heute (wieder) zu beobachten sind.

Öffnungszeiten:
28.09. / 16.00 – 20.00 Uhr
29.09. / 10.30 – 16.00 Uhr

***

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Leipzig-Lindenau-Plagwitz.

Bild © Mandy Gehrt


↑   zur Übersicht 2019

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