Home

06.01. – 17.01.2015 • • 

UNDERGROUND PERSISTENCE

– Markus Liehr und Claus Stabe: Paintings and Prints –

Eröffnung: 06.01.2015 / 19 Uhr

mit der Filmpremiere JUMP CITY von Leon Bittner (20 Uhr)

Öffnungszeiten:
Do – Sa 16 – 20 Uhr und auf Anfrage

Ohne Zweifel benutzt Underground Persistence einen Code. Man kann diesen Code mit dem Begriffspaar Immanenz/Transzendenz bezeichnen. Das macht klar, dass auch hier eine Duplikationsregel zugrunde liegt. Allem weltimmanent gegebenen Sinn wird ein entsprechender transzendenter Sinn zugeordnet. Alles, was “hier” geschieht, kann sich auf einen anderen Sinn beziehen und von da her in veränderter Blickstellung anders gewertet werden. Natürlich geschieht auch dies in der Welt, aber mit einem Verfahren, das Markus Liehr als “strange loop” bezeichnen würde: “Something the system acts the system as if it were outside.” Das Abgefahrene liegt darin, dass dieses Verfahren nicht systembezogen, sondern weltbezogen entworfen ist, also nicht einfach die Umwelt eines Systems, sondern eine Nichtwelt der Welt, also eine übelste Paradoxie einbezieht! Aber Hallo!

Diesen Unterschied von Aktualität und Möglichkeit hebt Underground Persistence auf, indem sie ihn der Immanenz zuweist und für die Transzendenz das Gegenteil postuliert: dass sie sicher und stabil, evident und von alles durchdringender Dauer sei. Cool, oder? Während die Unterscheidung von Thema und Horizont, von Aktualität und Möglichkeit Sinn konstituiert und Sinn ohne diese Unterscheidung gar nicht möglich wäre, sieht die Behauptung der Transzendenz außerdem einen emphatischen Sinn in der Aufhebung eben dieser sinnkonstituierenden Differenz.

Schließlich erlaubt es die angegebene Formulierung des Codes von Underground Persistence als Duplikation negativem und positivem Sinn durch positiven Sinn, zu rekonstruieren, wie der Code auf sich selbst bezogen, wie also die Selbstreferenz des Codes mit den Mitteln des Codes zum Ausdruck gebracht wird. Das geschieht üblicherweise, indem die Rejektion des Codes selbst im Bereich des immanenten weltlichen Geschehens untergebracht und hier negativ registriert wird. Die Nichtbeachtung oder gar Leugnung der Transzendenz (aber genauer müsste es heißen: des Unterschiedes von Immanenz und Transzendenz) ist für den, der dies beobachtet, eine crazy Erfahrung. Der Code reguliert also auch noch seine eigene Annahme. Er leistet auch in diesem Sinne eine vollständige, eine universale Beschreibung, aber natürlich auf Kosten einer eingebauten Paradoxie. Mit allen Bemühungen findet man sich am Ende wieder dort, wo man angefangen hatte: bei dem Problem der Paradoxie, das man los werden wollte. “Strange loops and tangled hierarchies – shit happens”, würde Claus Stabe sagen. Folglich sind neue “inviolate levels” gefragt. Klare Sache.

(Thomas Land nach Luhmann, Niklas: Die Unterscheidung Gottes, in: ders.: Soziologische Aufklärung 4. Beiträge zur funktionalen Differenzierung der Gesellschaft, Opladen 1987, S. 236-253)

→   www.clausstabe.de

°W . . . Weitere Termine:
17.01.15 / 19 Uhr: FINISSAGE.

Fotos © Sascha Hermann / Markus Liehr / Claus Stabe


↑   zur Übersicht 2015

Advertisements
Comments Off on Underground Persistence